Marokkanisch

Den marokkanischen Dialekt des Arabischen nennt man "Derischa". Er ist Arabisch, das heißt, mindestens 80% des Vokabulars kommt aus dem Hocharabischen. Aber seine einfache Grammatik macht ihn zu einer sehr lebendigen, reichen Sprache, die mühelos Begriffe aus dem Spanischen, Französischen, Amazighischen und neuerdings auch Englischen aufnimmt. Bislang habe ich allerdings erst ein einziges Wort deutschen Ursprungs entdeckt: Beim Konditor bezeichnet "schneck" die Rosinenschnecke, und wahrscheinlich haben elsässische Siedler das Gebäck und den Namen dafür mitgebracht.

Wenn das Arabische nicht so eng an den Koran angebunden wäre, würde man Marokkanisch heute mit gleichem Recht wie Französisch, Italienisch usw. als "Sprache" bezeichnen - niemand käme auf die Idee, diese letzteren "lateinische Dialekte" zu nennen.

Wir versuchen, ein allgemein verständliches Marokkanisch zu unterrichten, das nicht nur alle Marokkaner gut verstehen, sondern mit dem Sie auch in Mauretanien und Algerien gut zurechtkommen. Da es aber doch örtliche Unterschiede gibt, weisen wir auf diese in unseren verschiedenen Zweigstellen hin.

Marokkanisch eignet sich auch als idealer Einstieg ins Hocharabische. Hocharabisch ist grammatikalisch sehr komplex, und man braucht sehr lange, um es wirklich praktisch anwenden zu können. Beim Marokkanischen dagegen können Sie jeden Satz, den Sie im Unterricht lernen, sofort in der Praxis anwenden und dadurch umfangreiches Vokabular einüben, das Ihnen dann beim Studium des Hocharabischen zugute kommt.